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Kultur

Mönchengladbach droht immer mehr zur geistig-kulturellen Ruine zu werden. Mehr und mehr entsteht der Eindruck, dass diese Stadt, die sich vor gar nicht langer Zeit als eine „autofreundliche“ definierte, nun eine „kulturfreie“ Stadt werden könnte.

Der Kommunalpolitik laufen die Menschen davon:
Verjagt durch Fehlentscheidungen, nie zu realisierenden Phantasieprojekten, ECEwahn und Bürgerinnen- und Bürgerferne

Kultur darf nicht nur in einem in unsinniger Entscheidung an den Stadtrand verlegtes „Ersatztheater“ oder in Museen stattfinden - wo Stadtgeschichte vieles ausblendet und zum Teil die Geschichte der NS - Verbrechen verharmlost. Die Erinnerung an die Geschichte bleibt nur wach, wenn wir sie lebendig halten. Die Verantwortung Deutschlands für die Verbrechen des Nationalsozialismus muss ihren Niederschlag in einer vielfältigen Erinnerungskultur finden, auch in Mönchengladbach. Diese ist umso wichtiger, weil bald keine Überlebenden und Zeitzeugen des Nationalsozialismus mehr von ihrer Erfahrung werden berichten können.

Kunst und Kultur muss für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt erreichbar sein - unabhängig von sozialer Stellung, kultureller Herkunft oder jedweder Behinderung.

Barrieren gibt es viele. Für die einen sind es die hohen Eintrittsgelder oder -gebühren, für die anderen unüberwindliche Schwellen, kontrastarme Beschriftungen, nicht verständliche Sprache bei den Beschreibungen und anderes mehr. Die Linke. Mönchengladbach will diese Probleme lösen. Wir setzen uns dafür ein, dass im städtischen Kunst- und Kulturbetrieb, wo immer möglich, Barrieren abgebaut werden.

Der Bund hat in den letzten Jahren seinen Kulturetat erheblich erhöht, davon ist in Mönchengladbach wenig zu merken. Hier fristet Kultur schon lange ein Dasein, das weit unter jener Grundversorgung liegt, die einstmals ein Kulturdezernent versprach.

Die Linke. Mönchengladbach fordert:

  • Beibehaltung des Dreispartentheaters ohne Einsparungsdruck und Vorstellungskürzungen
  • Verbesserte Kunstvermittlung für alle Bevölkerungsschichten durch Kunstpädagogik
  • Kommunales Kino mit täglichen Vorstellungen und Bürgermitbestimmung bei der Programmgestaltung
  • Gründung eines Literaturhauses in Kooperation mit Krefeld zur Förderung des Kulturraums Niederrhein
  • Förderung aller freien Kulturprojekte im Bereich Musik, Kunst, Theater, Literatur unter besonderer Beachtung der Interessen von Kindern/Jugendlichen
  • Sozialkulturticket
  • Gebührenfreier Musikschulbesuch
  • Gründung von Rede-/Schreibwerkstätten
  • Realisierung eines Kulturzentrums am Ort des bisherigen Theaters auf der Hindenburgstraße, das die „offene Kulturarbeit“ in Mönchengladbach tatsächlich fördert.
  • Einrichtung von Bezirksbibliotheken für die neuen vier Bezirke der Stadt
  • Realisierung eines Projektes „Theater vor Ort“ in allen vier Stadtbezirken
  • Ausschreibung eines „Vigoleis Thelen - Literaturpreises“ (alle zwei Jahre - Dotation mindestens 10000.- €), der die Schreib- und Dichttradition dieses großen Dichters vom Niederrhein fortsetzt und fördert.

Moenchengladbachs Theater Ein TrauerspielDas alltägliche Kulturerlebnis darf auch in Mönchengladbach nicht auf der Strecke bleiben. Der Blick für eigenständige, kreative Potenziale darf nicht verloren gehen. Gerade für Kinder und Jugendliche aber auch für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt ist die kulturelle Bildung eine wichtige Basis.

Kulturelle Forderungen sind Forderungen nach der Zukunftsfähigkeit unserer Heimatstadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.

Wo Kultur nur als bildungsbürgerliche Zutat zum harten Leben ihr Dasein fristet, werden entscheidende Fragen nicht gestellt. Öffentliche Debatten beginnen immer wieder in Theatern, Ausstellungsräumen, in Sub-, Jugendoder Protestkulturen.

Mit der im Jahre 2008 ratifizierten Konvention zur kulturellen Vielfalt hat sich unser Land gegen die schrankenlose Liberalisierung und Verwertung kultureller Dienstleistungen ausgesprochen. Die Einschaltquote darf nicht zum Messgerät kultureller Arbeit werden.

Kultur von Menschen für Menschen gestaltet von ALLEN in einer demokratisch solidarischen Gesellschaft!

Zum Vergleich das Budget für eine freie Kulturszene einer Stadt im deutschsprachigen Raum, in der etwa 130 000 Menschen wohnen, hier der Text des zuständigen Kulturdezernenten, der sich NUR um Kultur kümmert:

Insgesamt beträgt das freie Förderbudget für Künstler, Kulturvermittler und Kulturveranstalter für 2009 nach Sparten:

Bildende Kunst  490.000
Darstellende Kunst  838.000
Musik  503.700
Literatur  165.600
Stipendien, Beihilfen, Preise  333.400
Kulturzentren, Kulturstätten  2.291.500
Sonstige Veranstalter und Veranstaltungen  815.100
Film  410.000
Summe  5.847.300

Bei den 260 000 Einwohnerinnen und Einwohnern von Mönchengladbach würde dies bedeuten, dass mehr als 11 Millionen € nur für eine freie Kulturarbeit zur Verfügung gestellt werden müsste. Tatsache ist, dass nicht einmal 10% dieser Summe in der Stadt bei jenen ankommen, die versuchen ein wenig die wichtigsten und immer größeren Lücken im Kulturangebot abzudecken.

Die Linke. Mönchengladbach - KULTUR FÜR ALLE












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